Elternmeinungen
Wie war die Austauschwoche 2017?

Familie K. aus Pfaffenhoffen (Eltern und Kinder taub):

"Die erste Austauschwoche, an der wir letztes Jahr zu fünft teilgenommen haben, war eine gelungene Woche für uns alle!

Wir hatten die Möglichkeit, sowohl hörende als auch hörgeschädigte Eltern mit hörgeschädigten Kindern zu kennenlernen und sind gestärkt von diversen Workshops wie Katja Fischer oder Katrin Wälder.

Danke an das tolle Team und auch für die Organisation der Kinderbetreuung, die es möglich machte, dass Eltern sich auf Vorträge und Workshops konzentrieren können.

Auf das nächste Wiedersehen im Herbst freuen wir uns schon!"


Familie Dauer aus Innsbruck (Eltern hörend mit Sohn Tobias (4) - taub - und Sohn Lukas (2) - hörend) - in der Familie wird gebärdet.

"Von der Austauschwoche haben wir über Facebook erfahren und uns gleich angemeldet. Eine Woche im Allgäu gemeinsam mit anderen Familien hat sich einfach sehr gut angehört. Außerdem sind wir sowieso immer auf der Suche nach Austausch mit anderen Familien und freuen uns, wenn Tobias andere taube Kinder treffen kann.

Und es war toll! Die richtige Einstimmung gab es gleich am Anfang bei der Vorstellungsrunde, als eine gehörlose Mama sagte: “Mein Kind ist ganz normal gehörlos. Ganz normal. Wie alle anderen Kinder hier.”

Auf der Austauschwoche habe ich das erste Mal erlebt, dass gehörlose Eltern hörenden Eltern etwas von ihren Erfahungen mitgeben konnten. Und auch, wie hörende Eltern den gehörlosen Eltern ihre Sichtweise und Probleme schildern konnten. Wir haben darüber gesprochen, wie wir uns gegenseitig helfen können.

Es gab sehr viele emotionale Elemente. Einmal saßen wir am Abend noch lange zusammen und haben geplaudert, hörende und gehörlose Eltern. Eine hörende Mama berichtete, wie sehr sie damals die Diagnose “gehörlos” mitgenommen hat. Ich glaube, für manche gehörlosen Eltern war das das erste Mal, dass sie erleben konnten, dass so eine Diagnose für hörende Eltern wirklich eine schlimme Sache ist.

Gerade für die Kinder war es toll. Irgendwie waren sie alle gleich. Alle trugen entweder Hörgeräte oder CIs oder waren Coda oder Geschwisterkinder. Niemand musste sich schämen oder wurde wegen der Hörgeräte oder Gebärden schief angeschaut.

Wir haben auch neue Freunde gefunden, zu denen wir noch immer Kontakt haben und die wir regelmäßig sehen.

Tobias hat auf der Austauschwoche viel Selbstbewusstsein aufgebaut. Er hat erlebt, dass es andere Kinder mit Hörgeräten gibt und dass es Kinder gibt, mit denen er gebärden kann.

Warum ich die Austauschwoche toll finde? Kinder brauchen andere Kinder. Und Eltern brauchen manchmal andere Eltern."


Familie Eberhart aus Ingolstadt (Eltern und Kinder taub):

"Die Austauschwoche war super und bleibt sowohl für die Eltern als auch für die Kinder eine unvergessliche Erinnerung. Die Kinder hatten ihre Möglichkeit, ihr Selbstbewusstsein und ihre Identität durch die Zeit mit den Gleichgesinnten zu entwickeln, was es üblicherweise viel zu selten gibt. Und für die Eltern gab es viele wertvolle Informationen und gute Austauschmöglichkeiten mit den betroffenen Eltern. Was auch toll war, dass die hörende Eltern dabei waren!! Eine Inklusion eben."


Familie Lang aus München (Eltern hörend, Kind taub und CI-versorgt):

"Wir haben uns zusammen mit unserem Sohn Roman (6 Jahre alt, an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit, CI-versorgt) für die Austauschwoche in Wertach angemeldet. Die Mischung aus Fachvorträgen zu Themen, wie z. B. Empowerment und Resilienz, und Möglichkeiten zum intensiven Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern hörgeschädigter Kinder empfanden wir als sehr gelungen. Besonders die Schilderungen der anderen Eltern (hörend und gehörlos) über ihre teils sehr ähnlichen Probleme, was die Förderung ihrer Kinder angeht, haben uns sehr bewegt. Die Woche in Wertach hat uns das Gefühl gegeben, dass wir nicht allein mit unseren Sorgen sind, und wir haben viele neue Freundschaften geschlossen. Wir kommen auf jeden Fall wieder!"


Familie W. aus Berlin (Eltern und Sohn hörend, Tochter taub und mit CI versorgt):

"Wir sind extra für die Austauschwoche von Berlin ins wunderschöne Allgäu gereist. Wir hatte eine sehr schöne Woche mit unendlich vielen schönen Erlebnissen.
Die Vorträge waren sehr gut aufeinander abgestimmt und gut organisiert. Besonders der Vortrag von Katrin Wälder über Resilienz und der Vortrag von Katja Fischer über Empowerment haben mich beeindruckt. Meine Tochter ist gehörlos zur Welt gekommen und wir erziehen sie bilingual zu Hause. Und wenn ich Katrin und Katja sehe, weiss ich, dass meine Tochter eine tolle Zukunft vor sich hat.

Auch die Kinderbetreuung war erstklassig. Mein hörender Sohn und meine gehörlose Tochter wurden gleichermassen toll betreut und es gab keinerlei Nörgelei. Das Austauschen mit den Eltern war für uns wieder von großem Vorteil. Wir suchen ganz bewusst den Kontakt zu gehörlosen Eltern. Wenn es beim nächsten Mal klappt, werden wir als Familie sicher wieder an der Austauschwoche teilnehmen."


Familie G. aus Hamburg (Eltern und Kind taub):


"Wir sind zur Austauschwoche gereist mit dem Wunsch andere Familien mit hörgeschädigten Kindern kennenzulernen und mit ihnen Erfahrungen auszutauschen sowie Neues aus den Vorträgen und Workshops zu lernen. Und wie erhofft, wir wurden nicht enttäuscht! Die Austauschwoche hat seinen Namen wirklich verdient. Eine Woche lang gab es immer wieder interessante Gespräche mit anderen Familien und viel Wissenswertes in Vorträgen und Workshops! Nicht zuletzt konnten wir dank der exzellenten Kinderbetreuung uns als Eltern einer ganz kleinen Tochter mit ruhigem Gewissen auf die Vorträge und Workshops konzentrieren."